South West Tour Australia

Dienstag, den 10. April 2007

Die Nacht in Geraldton war kurz und nicht besonders ruhig, da unser Motel direkt an der Hauptstraße lag. Ein Zimmer mit Doppelverglasung konnten wir uns leider nicht leisten ;-) Also sind wir gleich morgens weiter Richtung Norden zu unserem eigentlichen Ziel Kalbarri gefahren. Das waren von Geraldton aus nur noch 160 km. Wir fuhren die Alternativroute an der Küste entlang, wo man viel weites rotes Land zu sehen bekommt und von dort aus über kleine Seitenstraßen direkt an die Küste abbiegen kann zu diversen Aussichtspunkten. Plötzlich führte die Straße an einer großen Ebene mit einem Salzsee vorbei, und dann kam ein See, der tatsächlich rosa gefärbt war. Wir trauten unseren müden Augen kaum und fuhren spontan einen kleinen Trampelpfand zwischen den Gebüschen hindurch, um uns das genauer anzusehen. Zunächst hatten wir etwas Sorge, dass wir chemisch verseucht würden, wenn wir ausstiegen und zum See gingen, denn so eine Färbung konnte wohl kaum gesund sein. Aber unser schlauer Reiseführer hat uns schnell eines Besseren belehrt. Dieser "Pink Lake" ist eigentlich eine künstlich angelegte Zuchtstation für bestimmte Algen, die einen roten Farbstoff für die Lebensmittelindustrie produzieren. Auf einem riesigen Areal sind mehrere ganz flache Seen angelegt, die ein tolles Farbenspektakel bieten. Also müssen wir doch nicht in Quarantäne.





Als wir dann am frühen Nachmittag in Kalbarri eintrafen, suchten wir zuerst mal ein Hotelzimmer für die Nacht, bevor wir in den Nationalpark fuhren. Im Best Western Palm Resort wurden wir dann fündig. Wir konnten ein großzügiges Motelzimmer von 140 auf 128 Dollar runterhandeln (man muss nur fragen!). Das Palm Resort ist eine tolle Anlage mit Pool und Spa, Barbequeplatz, Tennis und vielem mehr in einem schönen Palmen Garten. Kalbarri an sich ist zwar nur ein kleiner Ort mit nicht viel mehr als 1000 Einwohnern, liegt aber in toller Lage in einer Bucht mit einem wunderschönen Stadtstrand und vielen kleinen Bars, Restaurants und unzähligen Hotels und Appartments direkt an der Strandtraße. Aber wir haben nur schnell unsere Sachen im Motel abgeladen, weil wir ja noch in den nahe gelegenen Nationalpark wollten. Am Eingang des Parks gab es drei Möglichkeiten die üblichen 10 Dollar Eintritt (pro Auto) zu bezahlen: Entweder am Häuschen (wenn ein Kassierer da ist) oder am Ticketautomaten (der nur Münzen nimmt) oder einfach einen Umschlag mit Datum und Autonummer in einen Postkasten werfen (wenn alles andere nicht geht). Wir mussten die Umschlagvariante nehmen, obwohl wohl niemand je bemerkt hätte, wenn wir einfach so reingefahren wären.



Um zu den Sehenswürdigkeiten zu kommen, mussten wir erst mal 25 km über eine absolute Off-Road Sandpiste fahren, die uns und das Auto ordentlich durchgeschüttelt hat. Im Kalbarri Nationalpark sind einige schöne Aussichtspunkte, die aber alle recht unbefestigt und manchmal nicht einfach zu erreichen sind. Zudem trifft man dort selten eine andere Menschenseele. Durch das "Natures Window" hat man einen sagenhaften Blick über die Canyon-artige Landschaft, wenn man erst mal den steinigen Weg dorthin gefunden hat. Es zeigen einem nur ab und zu Pfeile den Weg durch die unberührte Naturlandschaft. Ein für uns unerwartetes Problem stellten die Fliegen dar. Sie fielen plötzlich in Scharen über uns her und lagerten sich auf Rücken, Hüten und Rucksäcken ab. Im Gesicht war das Ganze besonders unangenehm. Ich war froh, als ich auf dem Weg einen Zweig von einem Busch fand, den ich dann als Fliegenwedel im Turbo-Modus benutzen konnte. So konnte ich wenigstens halbwegs die Fliegen davon abhalten in Mund und Nase zu fliegen. Auch Kai musste aufpassen, dass beim Objektivwechsel bei seiner Kamera nicht eine Fliege mit hinein flog. Ein anderes Touristenpärchen, das wir unterwegs trafen, war da besser vorbereitet und hatte ein Fliegennetz über Hut und Gesicht, die es hier nicht ohne Grund überall zu kaufen gibt.



Am schwierigsten war es, die Fliegen wieder abzuschütteln, als wir ins Auto steigen wollten. Dabei ist zur Zeit gar keine Fliegenhauptsaison, aber anscheinend haben die Biester hier im Norden im Busch immer Saison. Nach so viel Natur habe ich mir dann später im Motel erst mal ein erfrischendes Bad im Pool gleich gegenüber unserem Zimmer gegönnt. Der war so spät um 17.30 Uhr schon leer, ebenso wie das erwärmte Spa-Bad (Whirlpool), also hatte ich es ganz für mich allein. Morgen geht es schon wieder zurück nach Perth, in einem Rutsch. Dann haben wir am Donnerstag noch genug Zeit alle unsere (meine) Sachen für die Abreise zu packen. Das wird eine spannende Packaktion, da man nur 20 kg im Koffer mitnehmen darf, und ich durch die vielen gekauften Souvenirs eh schon gezwungen bin ein Paket für teures Geld nach Hause zu schicken, 110 Dollar mit der Post oder 190 Dollar per Luft-Fracht. Na mal sehen...