Live-Reisebericht

Mittwoch, den 07.05.03

Der Lower Antelope Canyon

Als ich heute morgen gegen 8.30 Uhr aus dem Fenster gesehen habe, traute ich meinen Augen nicht, perfektes Wetter, blauer Himmel und nur ganz wenige Wolken. Es war klar was das hieß, heute ist der Antelope Canyon dran. Da, wie schon erwähnt, für ein Teil des Canyons 18,50 Dollar bezahlt werden müssen, wollten wir uns den für einen Tag mit schönem Wetter aufheben (Wegbeschreibung siehe Montag).
Der Antelope Canyon ist ein Slot Canyon, ähnlich dem Wire Pass Slot Canyon. Er besteht aus zwei Teilen, dem Lower und dem Upper Antelope Canyon, wir haben uns für den Lower entschieden.
Möchte man die besten Lichtverhältnisse haben, sollte man den Canyon erst gegen 12.00 Uhr besuchen, da zu dieser Zeit die Sonne am höchsten steht und so das meiste Licht in den schmalen Spalt fällt.
Bei dem Eintrittspreis ist eine Führung zum Eingang des Canyons dabei, den man ohne Hilfe schwer finden würde. Von oben ist die Spalte kaum zu erkennen, man sieht nur flache Felsen. Mich würde es nicht wundern, wenn in der Anfangszeit, bevor der Canyon touristisch erschlossen wurde, einige Leute hineingefallen sind.

Auch bei diesem Slot Canyon gilt, dass dieser wegen der Gefahr einer Flash Flood nur bei gutem Wetter besucht werden darf. So erinnert gleich am Anfang des Canyons ein Schild an den Tod von 11 Touristen, die 1997 von einer Flash Flood überrascht wurden und ertrunken sind.
Der Eingang ist schmal und unscheinbar, man denkt gar nicht, dass man da überhaupt runter kann. Es führen mehrere Stahltreppen in den teilweise nur einen Meter breiten Spalt hinunter. Die Gänge sind sehr eng geschwungen und verlangen an manchen Stellen etwas Akrobatik.

In der Tiefe dieses Canyons herrscht eine ganz eigene Atmosphere, alles strahlt in Orange- und Rottönen. Auch die Akutstik ist befremdent. Hört man in der Ferne Geräusche, bekommt man diese nie direkt, sondern nur über Reflexionen an den Wänden zu hören. Dies führt dazu, dass man meint die Herkunft der Geräusche würde sich ändern. Einmal kommen sie mehr von rechts, nach der nächsten Kurve wieder mehr von links.
Es waren sehr viele Fotografen in dem Canyon, wobei einige wirklich aus dem Profilager kamen. Stativ hat hier jeder Anfänger dabei, dies ist auch wirklich zu empfehlen, da es an einigen Stellen etwas dunkel ist. Einige Fotografen hatten nicht die Kleinbildkameras, sondern die großformatigen Profiversionen. Also konnte das Licht heute nicht so schlecht sein.

Auf dem Rückweg stellt sich heraus, dass in der Mitte des Canyons ein Fotoshooting mit indianischen Frauen (oder sagt man Indianerinnen?) in ihrer Stammestracht stattgefunden hat.
Ich würde übrigens empfehlen am Ende des Weges den Canyon nicht über die 5 Meter hohe Treppe zu verlassen, sondern den gleichen Weg wieder zurückzugehen. Auf dem Rückweg sieht man den Canyon wieder unter anderen Lichtverhältnissen und aus einer anderen Richtung. Dies hat auch schon Karsten Rau auf seiner Homepage empfohlen und ich kann ihm nur zustimmen.

Den Eintrittspreis ist der Canyon auf jeden Fall wert. Ich hoffe nur, dass das Geld wirklich auch den Indianern zugute kommt! Ich finde diesen Slot Canyon nochmals um einiges schöner wie der Wire Pass Slot Canyon. Allerdings ist diese Canyon kürzer und touristischer, was ihn Punkte kostet. Ich würde ihm die Note 1+ geben, obtisch so beeindruckend wie die Wave aber touristischer und nicht so abenteuerlich.
Auf dem Heimweg auf der 89 Richtung Kanab und so, ihr wisst Bescheid, wollten wir den Hoodoos hinter Churchwells noch eine Chance geben, nachdem wir sie am Montag nicht gefunden haben. Gestern hat uns Volker alias www.lalasreisen.de noch ein paar Tips gegeben, so dass wir guten Mutes waren.

Also man fährt durch Churchwells durch, gleich hinter der Ortschaft (ab wann sagt man eigentlich Ortschaft, reichen 10 Häuser schon?) kann man nur rechts oder links dem Feldweg folgen. Hier biegt man rechts ab. Und dann eigentlich immer den Reifenspuren folgen. Man sollte sich aber immer leicht rechts halten. Im zweitletzten Tal sind sie dann, die Hoodoos. Hält man sich nämlich links, kommte man in's letzte Tal und das ist eine Sackgasse ohne Hoodoos, wie wir am Montag festgestellt haben. Der Weg ist auch für normale PKWs noch zu schaffen, wenn man etwas aufpasst. Wohnmobilen würde ich allerdings abraten! Aber noch immer sind die Hoodoos nicht meine besten Freunde, ich gebe die Note 3.

Heute habe ich bei Wal-Mart an der Wand Fotos von Soldaten gesehen. Ich habe erst gedacht, es handelt sich um gefallene Soldaten, an die man gedenken möchte. Dies ist nicht so, jeder kann hier Bilder von Angehörigen, die bei der Armee sind, zur ihrer Ehren hinhängen.
Ein sehr merkwürdiges Gefühl solche Bilder beim Einkaufen zu sehen!
Bis morgen!